Im Jubiläumsjahr gewinnt Borussia Pankow 21 Mal in Folge und steigt in die Kreisliga A auf. Was für eine Serie: Nach vier Spieltagen stand Borussia Pankow mit 2:4 Toren und einem einzigen Pünktchen auf dem vorletzten Tabellenplatz. 21 Siege und 99:16-Tore später waren die Pankower mit klarem Abstand aufgestiegen. „Es hat uns ein bisschen geholfen, dass die Niederlage gegen BW Spandau II durch den Rückzug der Spandauer gestrichen wurde“, sagt Trainer Martin Misdziol zur schier unglaublichen Serie in seinem zweiten Jahr als Trainer in Pankow. Nach dem Siegeszug durch die 4. Abteilung der Kreisliga B ließen es die Borussen in der Saisonendphase lässiger angehen und verloren die letzten beiden Punktspiele gegen BW Hohenschönhausen (0:3) und VSG Altglienicke II (4:5). „Da hat man gesehen, wie konzentriert die Mannschaft war, solange es um etwas ging. Und wenn es um nichts mehr geht, wird sie nachlässig.“ Blau-Weiß Hohenschönhausen ist für den Trainer ein besonderes Stichwort: „Nach drei Spielen habe ich umgestellt, der Erfolg kam in der vierten Partie mit dem 4:1 in Hohenschönhausen.“
Die wohl wesentlichste Umstellung war mit der Berufung eines neuen Abwehrchefs verbunden. Diesen Job übernahm seinerzeit Steve Lange. Der war zuvor bei den Pankowern jahrelang eine starke Offensivkraft. Trotz der acht Tore in den letzten zwei Punktspielen waren die Pankower mit 28 Gegentreffern die beste Defensivmannschaft in ihrer Abteilung. „Das lag natürlich nicht nur an Lange“, weiß Misdziol. „Großer Rückhalt war auch Torwart Moritz Krömer. Und davor spielten Neumann, Gentsch und Mehnert gute Leistungen.“ Diese eingespielte Formation lehrte allmählich die Gegner das Fürchten. „Wir kamen schließlich von unten und wurden sicherlich lange unterschätzt.“
Nun, am 17. Spieltag – nach der Streichung der Spandauer Blau-Weißen – erklommen die Pankower den Gipfel und gaben die Spitzenposition nicht mehr ab. Diese Meisterschaft und der Wiederaufstieg in die Kreisliga A zwei Jahre nach dem Abstieg fielen pünktlich ins Jubiläumsjahr „50 Jahre Borussia Pankow“. Neben der Abwehr ragte auch die Offensive heraus. Ihr größtes Plus war, dass sie vom Gegner nur schwer auszurechnen war. „Es waren eben nicht nur die Salahis“ sagt der Trainer. Wobei sich die Brüder Astrit (24 Treffer) und Arben (21) einen harten Kampf um die vereinsinterne Torjägerkanone lieferten. Die figürlich kleinen, spielerisch großen und treffsicheren Rückkehrer nach Pankow hatten nämlich in Helbig und Schubert ähnlich gute Goalgetter neben sich.
Und so passte eben im Meisterjahr vieles zusammen: „Nach dem 8. Platz im Vorjahr strebten wir eine bessere Platzierung an. Mit dem Aufstieg haben wir aber nur heimlich gerechnet. Es war eine tolle Mannschaft, tolle Burschen, da machte es einem als Trainer Spaß“, so Misdziol. Verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz war Kapitän Arne Hering. Aber auch das Umfeld stimmte. Nicht zuletzt nennt Misdziol dabei den 1. Vorsitzenden Frank Zörner und dessen Bruder Uwe. Dazu kommt noch der 2. Vorsitzende Kay Rahn, der mit seiner Frauenmannschaft ebenfall aufgestiegen ist. Für die neue Saison ist „Aufstieg“ allerdings kein Wort, das Misdziol in den Mund nimmt.
„Letztes Mal ist Borussia gleich wieder aus der Kreisliga A abgestiegen“, mahnt er. Deshalb soll die Mannschaft sich etablieren, das Zielt heißt erst einmal Klassenerhalt. Die Truppe bleibt zusammen, „dazu kommen noch Talente aus der zweiten Mannschaft“. Ob noch sonstige Neuzugänge den Weg an die Pichelswerderstraße finden, ist noch ungeklär. Aus der eigenen Jugend kommt nichts, denn bei Borussia Pankow gibt es erst ab der B-Jugend abwärts wieder Mannschaften. Immerhin, Spieler wie Hering, Lange oder der frühere Aktive Silvio Baumann (jetzt Jugendleiter) sorgen für Zusammenhalt. Es geht halt familiär zu in Pankow. Dazu gehört auch ein Anhang, der seine Mannschaft bei Heimspielen lautstark unterstützt. Manuel Fernandes
Die 105 Tore für Borussia Pankow erzielten: Astrit Salahi (24), Arben Salahi (21), Helbig (14), Schubert (13), Otto (9), Hering (5), Lange (5), Böse (4), Dehner (2), Krenzke (2), Gentsch (1), Mehnert (1), Richter (1), Rühle (1), Schenk (1), Weger (1).
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